Psychische Erkrankungen: Filmabend zu Präventionstag
15.10.2026, 11:17 Uhr | Quelle: CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag
Psychische Erkrankungen aus der Tabuzone holen, frühzeitig Hilfe ermöglichen und Prävention nachhaltig stärken: Anlässlich des ersten Bayerischen Präventionstags hat der Arbeitskreis Gesundheit, Pflege und Prävention der CSU-Landtagsfraktion zu einem besonderen Film- und Gesprächsabend eingeladen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie psychische Erkrankungen frühzeitig erkannt, Betroffene besser unterstützt und bestehende Versorgungslücken geschlossen werden können. Auf Initiative der CSU-Landtagsabgeordneten Dr. Andrea Behr präsentierte Dieter Schneider, Gründer der Initiative „Fellows Ride“, Ausschnitte aus seinem Dokumentarfilm „Ride don’t Hide“.
Nach dem Suizid seines an einer Depression erkrankten Sohnes hat sich Schneider mit dem Motorrad auf eine Reise um die Welt begeben. Aus der persönlichen Auseinandersetzung mit diesem schweren Verlust und seinem persönlichen Leid entstand eine Initiative, die inzwischen weit über Deutschland hinaus auf Depressionen aufmerksam macht, Vorurteile abbaut und für Suizidprävention sensibilisiert.
Die anschließende Diskussion mit Fachleuten aus Medizin, Kranken- und Rentenversicherung sowie Menschen mit eigener Erkrankungserfahrung machte deutlich: Der Handlungsbedarf ist groß. Psychische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Erwerbsminderung und lange Arbeitsunfähigkeitszeiten. Viele psychische Erkrankungen beginnen bereits im Kindes- und Jugendalter. Umso wichtiger sind das frühe Erkennen von Krankheitszeichen, niedrigschwellige Hilfsangebote und eine verlässliche Versorgung. Thematisiert wurden insbesondere lange Wartezeiten auf Psychotherapieplätze, bestehende Versorgungslücken und die Frage, wie erfolgreiche Präventionsangebote dauerhaft finanziert werden können.
Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion und Vorsitzender des Arbeitskreises, betonte: „Eine moderne Gesundheitsversorgung ist weit mehr als gute Medizin im Krankheitsfall. Wir müssen früher ansetzen, bevor aus seelischen Belastungen schwere Erkrankungen werden. Prävention beginnt in Kindertageseinrichtungen und Schulen, gehört aber ebenso in unsere Betriebe und mitten in die Gesellschaft. Gleichzeitig müssen wir Prävention, Behandlung, Rehabilitation und die Rückkehr in Schule und Beruf besser miteinander verzahnen. Niemand darf auf diesem Weg zwischen den Zuständigkeiten verloren gehen. Vor allem müssen wir weiter daran arbeiten, dass psychische Erkrankungen ihr Stigma verlieren. Wer krank ist, darf sich nicht scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen!“
Dr. Andrea Behr, Mitglied des Gesundheitsausschusses, unterstrich: „Psychische Gesundheit darf kein Tabuthema sein. Wer seelisch erkrankt, braucht Verständnis statt Vorurteile und schnelle Hilfe statt langer Wartezeiten. Unser besonderer Dank gilt Dieter Schneider, der uns mit seiner persönlichen Geschichte tief bewegt hat. Seine Initiative ‚Fellows Ride‘ zeigt eindrucksvoll, wie aus einem schweren persönlichen Schicksal gesellschaftliche Verantwortung und konkrete Hilfe für andere Menschen erwachsen können. Seine Botschaft ist ebenso einfach wie wichtig: Wir müssen über Depressionen sprechen, damit Betroffene nicht im Verborgenen leiden.“
